1938-1947

1938

Unsere Gründer Wilhelm Lindner, Emil Maaßen und Karl Schiffer hatten die Idee, in Dorfbroich einen Karnevalsverein zu gründen. Als Startkapital gab jeder 1 Reichsmark und so konnte man den Anfang wagen. Emil Maaßen schrieb ein Plakat, worauf alle Interessenten aufgerufen wurden sich zu melden. Dieses Plakat hing im späteren Vereinslokal Mathias Franken auf der Friedensstraße. Am 25.05.1938 trafen sich dann 15 Karnevalsfreunde zur Gründerversammlung.

Als 1. Präsident wurde Josef Schmitz und als 2. Präsident Hubert Kaiser gewählt.
Im September wurden der Name und die Farben der KG festgelegt, die ersten Elferratsmützen und die Orden auf eigene Rechnung gekauft. Da wir zu dieser Zeit schon 14,50 RM an freiwilligen Spenden in der Kasse hatten, konnten wir uns sogar einen Stempel leisten.

1939
Im Februar traten wir erstmalig mit einer Sitzung in die Öffentlichkeit. Diese fand im Vereinslokal M. Franken statt, dessen Saal bis auf den letzten Platz gefüllt war. Mit Begeisterung wurde der Elferrat mit dem Präsidenten J. Schmitz empfangen. Diese 1. Sitzung war für alle Beteiligten ein voller Erfolg.
Das machte uns Mut für die Zukunft und in dieser Zeit entstand auch der Dorfbroicher Büttenmarsch.

   Es liegt in Rheydt am Bresges ParkDer erste Elferrat
   das schöne Dorfbroich so einig stark.
   Darin gibt‘s Freude und noch viel mehr.
   Das Lachen liegt uns am Herzen sehr.

   Und bist Du einmal in großer Not
   Dann komm zu uns wohl ins Dorfbrok
   Hier kannst Du lachen und lustig sein
   Ein End hat alle Not und Pein

   Wer hant et jo so jot
   Bei ons he am Dorbrok
   Mer lache, sprenge löstig sen
   Nix angisch könnt oss in der Senn

Die erste Funkengarde
Im Mai wurde der Antrag auf Gründung einer Funkengarde gestellt. Die Gesamtleitung übernahm Peter Kuchenbecker, die Uniformen wurden von Frau Kaiser genäht. Im Oktober fand ein Tanzabend der KG zu Gunsten des Winterhilfswerkes statt und 200 RM wurden gespendet.

1940
Hier muß man anmerken, dass diese Chronik in den Kriegsjahren oft nachts und trotz Fliegeralarm weitergeführt wurde. Es gab natürlich in den Kriegsjahren nicht so viele Veranstaltungen. In diesem Jahr veranstalteten wir einen bunten Abend und einen Herrenabend. In dieser schrecklichen Zeit erhielt die KG auch einige Grüße unserer Mitglieder die jetzt die Karnevalsuniform gegen die Soldatenuniform tauschen mussten. Im Dezember verschickten wir einige Weihnachtspakete an unsere Mitglieder die an der Front kämpften.

1941
Im Januar fand eine Weihnachts- und Neujahrsfeier statt. Den Karneval 1941 feierten wir unter uns im Vereinslokal Wenz, die Versammlungen fanden trotz widriger Umstände statt.

1942
Auch dieses Jahr stand leider ganz unter dem Einfluss des Krieges. Immer wieder erreichten uns Briefe unserer Mitglieder die im Krieg waren. Bis zum August gab es unter unseren Mitgliedern „Gott sei Dank“ keine Verluste.
1943/44
In diesen Jahren wurden die Fliegerangriffe so extrem, dass unser Vereinsleben praktisch zum erliegen kam. Leider bekamen wir nun auch Nachricht davon, dass einige unserer Mitglieder im Krieg gefallen sind. In dieser Zeit wurden Stimmen laut, dass der Humor den unsere KG in diesem Krieg noch verbreitet, als unmöglich ja gar als verbrecherisch angesehen wird. Leider sind einige unserer Mitglieder diesen gedankenlosen Aussagen verfallen. Wir klärten diese „Schlaumeier“ darüber auf, dass der Karneval ein sehr traditionelles Brauchtum ist. Wir kamen zu dem Resultat das Humor und Frohsinn die beste Waffe für den Frieden ist.

1945
Unsere gesamten Vereinsutensilien und Kostüme wurden im Juni 44 durch einen Bombenangriff, bei dem der Saal des Vereinslokals Wenz zerstört wurde, vernichtet. Zum Glück waren Bücher und Unterlagen im Besitz des Schrei­bers. Die behördliche Genehmigung der KG war somit noch vorhanden. Noch eine gute Nachricht war, das so langsam einige Mitglieder aus dem Krieg zurückka­men. Für öffentliche Aufführungen mussten nun Gesuche gestellt werden.Damit wollten wir warten bis alle Mitglieder aus dem Krieg zurück sind. Alle die bisher zurückkamen waren sich einig, dass sie unserer Gesellschaft treu bleiben. Im Oktober wurde dann die neue Registrierung beantragt.
1946
Aufgrund einer Verordnung konnten wir leider nur privat feiern. Trotzdem war der 3. März 1946 für uns ein Freudentag, es war der 1. Karneval nach dem Krieg. Allerdings trübte die Tatsache, dass unsere Kostüme samt Zubehör entweder verbrannt oder gestohlen waren, unsere Freude. Das Maskentreiben fand auch in diesem Jahr noch nicht statt.




1947
Hubert Kaiser wurde zum Präsidenten gewählt. Bis zu diesem Jahr war die Gesellschaft noch nicht wieder komplett. Es waren noch viele Mitglieder in Gefangenschaft. Im Februar war der öffentliche Karneval noch immer verboten. Dann endlich im März bekamen wir von der Militärregierung die Genehmigung unsere KG weiterzuführen. Jetzt endlich kam ein Aufschwung, es ging wieder voran. Es wurden 100 Briefbögen und 100 Mitgliedskarten bestellt. Es gab eine Verordnung wonach alle Karten oder Briefe gekennzeichnet sein mussten, ob sie priva­ter oder geschäftlicher Natur waren. Wir hatten noch viel Arbeit und viele Schwierigkeiten zu bewäl­tigen, aber wir hielten immer fest zusammen, so spendete ein Mitglied ein Stück weißer Seide (90x44) als Anfang für neue Kostüme. Und immer wieder erhielten wir die frohe Nachricht von Mit­gliedern die aus der Gefangenschaft zurückkehrten. Am 11. Juni fand die 1. Veranstaltung, seit dem 1.1.41, mit großem Erfolg statt. Es war die 7. Veranstaltung seit Bestehen der KG. Leider war es in dieser Zeit sehr schwierig, die einzelnen Genehmigungen zu bekommen. Im November fand ein Rheinischer Abend in der Stadthalle Rheydt mit vielen bekannten Künstlern statt. Das Publikum in der vollbesetzten Halle war begeistert. Durch den großen Erfolg der Veranstaltung war unsere Gesellschaft auf einmal in aller Munde.